künstlerische Tätigkeiten

Auftragskompositionen

Gertrud Zwicker war immer bestrebt, zeitgenössische Chormusik in ihre Programme einfließen zu lassen. Die Zusammenarbeit mit "lebenden Komponisten" war ihr vor allem für die musikalische Erziehung der Jugend wichtig. Die Begegnung mit renommierten, aber auch jungen Komponistinnen und Komponisten, bereicherte die Chorarbeit und motivierte die Sängerinnen , sich mit neuen ungewohnten Klängen auseinanderzusetzen.

Projekte wie "Das Volkslied in neuem Kleid"- 40 Chorsätze zum Erzherzog Johann Gedenkjahr (2009) und die 8 Projekte STYRIA CANTAT mit 115 Kompositionsaufträgen wurden von G. Zwicker initiiert und durchgeführt.

Sämtliche hier angeführten Werke wurden von G. Zwicker mit verschiedenen Ensembles (Jugendsing- und Musizierwoche, Chor der Musikhauptschule Gratwein, Jugendchor Rein, Kammerchor Audite Nova) zur Uraufführung brachte.

Viele Werke wurden auch auf Tonträgern und vom ORF aufgenommen.

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Jugendchor Rein

Der Jugendchor Rein wurde 1981 von Gertrud Zwicker aus den Abgängern der Musikhauptschule Gratwein mit begabter und sangesfreudiger Jugend gegründet.

Beginnend mit 8 Mädchen und 4 Knaben wurde bereits gemischt gesungen.

Erste Auftritte waren das Adventsingen (12.12.1982) und das Marienliedersingen (20.5.1983) in der Stiftsbasilika Rein.

Schon nach kurzer Probenzeit nahmen weitere junge SängerInnen die Gelegenheit wahr und das Ensemble wurde zum Chor.

Anfangs vorwiegend geistliche Literatur zur Umrahmung von Messfeiern, Advent und Passion, wurde in den Kirchen Stift Rein, Maria Straßengel, St.Martin, St Andrä, Graz gesungen.

Nach den großen Erfolgen beim Landes-und Bundesjugendsingen 1983 und dem Jugendchorwettbewerb in Celje (Bronze) fuhr der junge Chor erstmals zu einem Internationalen Chortreffen ins Ausland: Pordenone.

Erste ORF Aufnahmen mit österreichischer Volksmusik (Franz Steiner, Günther Novak) machten den Jugendchor schnell bekannt und beliebt.

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Kammerchor Audite Nova

1995 aus dem Jugendchor Rein als Fortsetzung desselben entstanden
gegründet und geleitet von Gertrud Zwicker

AUDITE NOVA - Höret Neues - wurde zum Namen gewählt, da sich dieser jugendliche gemischt singende Chor vor allem Neuer Chorliteratur bzw. neuen Interpretationen widmen sollte. Kompositionsaufträge an Komponisten wurden nahezu jährlich vergeben: Franz Koringer, Alarich Wallner, Heinz Kratochwil, Nono Schreiner, Viktor Fortin, Karl Haidmayer, wobei vorwiegend Gertrud Zwicker die Texte bzw. Inhalte aussuchte und vorgab.

Der Chor entwickelte sich immer mehr zu einem leistungsstarken und leistungswilligen Klangkörper, dessen Intonation und feine Interpretationen von der Kritik am meisten geschätzt wurde. Von der Renaissance bis zur Gegen-wart wurde die sog. "klassische" Chorliteratur erarbeitet, aber auch selten aufgeführte Werke einem Fan-Publikum dargeboten.

Chorreisen und Wettbewerbe ergänzten die Chorarbeit in sozial- gesellschaftlicher Sicht und brachte uns als Botschafter der Steiermark in viele Länder. Dabei begeisterte der Chor vor allem durch seine Volkslieder und seine Volksmusik, die in verschiedensten Variationen (Solistisch, Dreigesang, Männerquartett, Frauenchor /Männerchor verschiedene Instrumentalensembles) den europäischen Ländern gezeigt wurden.

Der Chor finanzierte seine Arbeit vorwiegend selbst durch die Herausgabe der Weihnachtlieder Sonderausgabe:
CD 1 : Ein Kindlein uns geboren ist (Feierstunde zum Hl. Abend)
CD 2: Laufet, ihr Hirten (Hirten-und Krippenlieder für Kinder)
CD 3: Auf nach Bethlehem! ( Europ.Advent- , Weihnachts-Dreikönigslieder)
CD 4: Macht auf die Tür (Chor-u. Instrumentalmusik aus 4 Jahrhunderten)
CD 5: Alte Hirten-und Krippenlieder aus der Steiermark
2008 beendete Gertrud Zwicker diese Chorarbeit.

Audite Nova teilte sich in zwei Gruppen :
Audite Nova-Graz
(1.Chorleiterin: Selma Zwicker, 2.Chorleiter: Vilimas Norkunas, 3.Chorleiterin: Sintija Smite )
www.auditenova.at

Vokalensemble Accordare
1 Chorleiter: Sandor Kadar 2. Chorleiterin: Miriam Ahrer
www.accordare.at

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Jugendsing-und Musizierwochen Steiermark

1984 wurde Schloss Röthelstein zum Quartier für die nächsten Jahre.

120 Jugendliche mussten untergebracht werden. Die Ensembles wurden immer größer (Volksmusik, Bläserensemble, Streichorchester, Schwegelgruppe, Tanzgruppen, Jazzensemble) boten reichlich Abwechslung für das umfangreiche Chorprogramm. Morgengymnastik, Atemübungen , Stimmbildung erweiterten das Angebot, um den ständig suchenden jungen Menschen, die Gelegenheit zu geben, die große Palette der musikalischen Angebote kennenzulernen und zu erproben.

1991 konnte in einem Festakt mit Uraufführungen die 10. JSM-Woche gefeiert werden; mit einem anspruchsvollen Programm ( J.Brahms: Fest-und Gedenksprüche, Heinz Kratochwil: Lied des Lebens (A.Hergouth) und G.F. Händels Halleluja) und einem umfangreichen Konzert wurden die politischen Träger des Landes von der Wichtigkeit und Bedeutung dieser Woche überzeugt.

Nach der 11. JSM- Woche übergab 1992 Gertrud Zwicker die künstlerische Leitung an Edi Kutrowatz und die organisatorische Leitung an Jörg Zwicker.

1994 -2004 war Jörg Zwicker alleine für die Gestaltung der Jugendsing-und Musizierwochen auf Schloss Röthelstein verantwortlich.

 

 

Volkslied in neuem Kleid

"Volkslied in neuem Kleid" - ein Projekt initiert von Gertrud Zwicker
durchgeführt vom Steirischen Sängerbund 2009

Der 150.Todestag Erzherzog Johanns war Anlass für ein Projekt, sich wieder mit unseren Volksliedern auseinanderzusetzen. Gerade diese schlichten Volksliedmelodien sind es wert, sich näher mit ihnen zu beschäftigen und sie auch musikalisch anspruchsvoller zu gestalten.
Erzherzog Johann selbst war ein Vorreiter auf dem Gebiet, Altes zu schätzen und zu sammeln und Neues schaffen zu lassen.
Gertrud Zwicker hat über den Steirischen Sängerbund an 40 Komponisten, die einen starken Volksliedbezug aufweisen, Aufträge erteilt, alpenländische Volkslieder in ein „neues Kleid“ zu stecken.
Die Ergebnisse waren erfreulich:
Leichte bis schwierige Sätze in unterschiedlichen Stilen, vielfältig wie eben die musikalische Landschaft Österreich ist, für gemischte Chöre, Männer- und Frauenchöre trafen ein und kleideten die Volkslieder in schillernde Gewänder. So manch ein interessantes Arrangement gleicht bereits einem durchkompo- nierten Kunstlied und wird dadurch auch für Chöre interessant, denen das Volkslied bisher zu einfach erschien.
Möge dieser Impuls von vielen Chören auch außerhalb der Steiermark aufgegriffen werden und Spuren in der zukünftigen Liedauswahl hinterlassen.

Unter dem Motto: "Tradition trifft Zeitgeist" wurden alle 40 Sätze in einem Buch zum Erzherzog Johann Gedenkjahr veröffentlicht. weist alle 40 Lieder in In zwei Chorkonzerten im Grazer Congress und im Minoritensaal wurden alle Kompositionen von steirischen Chören am 24.10.2009 uraufgeführt.

 

Styria Cantat

2007 setzte Gertrud Zwicker den Impuls im Steirischen Sängerbund, sichmehr um die Musik der Gegenwart zu bemühen. Als Vorsitzende des Musikausschusses beantragte sie, ein Projekt zu starten, um sowohl Komponisten als auch Chorleiter zu bewegen, sich dieser nicht einfachen Aufgabe zu näher. Unterstützt vom Obmann des Steir. Sängerbundes Baldur Heckel und gefördert von der Volkskultur (H.Schützenhöfer) wurde das 1. Projekt STYRIA CANTAT gestartet. An 15 Komponisten der Steiermark wurden Aufträge erteilt; G. Zwicker suchte ChorleiterInnen mit Kinder-und Jugendchören aus der Steiermark, um die Uraufführungen in der H. List- Halle zu bestreiten. Der große Erfolg der 1. Veranstaltung bestärkte die Initiatoren, diese Idee weiter zu verfolgen.

2009 wurden bereits 20 Kinder-und Jugendchöre eingeladen, am Projekt II mitzumachen. Die Kompositionsaufträge ergingen an Komponisten aus ganz Österreich. G. Zwicker war immer bemüht , das Niveau möglichst hoch zu halten; so gelang es ihr auch , renommierte Komponisten wie Friedrich Cerha, Beat Furrer, Gerd Kühr, Klaus Lang, Richard Dünser u.a. für steirische Jugendchöre zu gewinnen. Der unerwartete Zustrom in der H. List- Halle und die nimmermüden Chorleiter übertrugen ihre Begeisterung an die Erwachsenen Chöre; so wurde bereits 
2010 Styria Cantat III mit 12 der besten Chöre Steiermarks durchgeführt. Als Veranstaltungsort bot sich dieses Mal das MUMUTH an; hervorragende Leistungen der Chöre, die manchmal über ihre Grenzen hinauswuchsen, aber auch Grenzen zeigten, gaben ein eindrucksvolles Konzert, das auch vom ORF in mehreren Sendungen übertragen wurde.

2011 Styria Cantat IV wurde wieder von Kinder-und Jugendchören bestritten. An die 20 Komponistinnen und Komponisten erging die Bitte sich der österr. Gegenwartslyrik anzunehmen und diese zu vertonen. Wunderschöne Beispiele dieser Zusammenarbeit haben auch die Interpreten begeistert. Ein Grundgedanke bei Styria Cantat war auch von Anfang an, Komponisten und Interpreten zusammenzuführen. Beide konnten aneinander wachsen- und dies war auch ein Ziel von STYRIA CANTAT!

2012 sollte eigentlich der Abschluss der Projekte Styria Cantat sein. G. Zwicker wollte hier einen absoluten Höhepunkt in der Steirischen Chorszene setzen.Mit äußerst schwierigen Chorwerken, die eigentlich fast nur professionelle Chöre singen können, hat Styria Cantat gezeigt, dass bei vollem Einsatz und intensivster Beschäftigung mit einem Chorwerk und unter Mithilfe der Komponisten auch diese Hürden zu meistern sind. Sechs beste Chöre der Steiermark haben höchst musikalische Leistungen erbracht und wurden damit zu Vorreitern einer Chorszene der Zukunft. Da Stadt, Land und Bund und private Sponsoren auf dieses in Österreich einmalige Projekt aufmerksam wurden, bekam STYRIA CANTAT die finanzielle Unterstützung, um mit weiteren Projekten die Zusammenarbeit zwischen Chorleitern, Chören und Komponisten zu fördern.

21.4.2012 wurde das Forum für Neue Chormusik - Styria Cantat als selbstständige Plattform gegründet. Ein Vorstand aus allen Bereichen der aktiven Chormusik und Komponisten, die sich für die Weiterentwicklung Neuer Chormusik einsetzen, unterstützt Gertrud Zwicker bei der Durchführung der Projekte.

2013 wurde ein Internationaler Kompositionswettbewerb ausgeschrieben.

2014 ein weiteres Jahr der Aktivitäten STYRIA CANTAT: Im Jugendprojekt VI wurde über die Grenzen "geschaut" und Chöre und Komponisten aus dem Alpen Adria Raum gesucht. Je ein Komponist und ein Chor von Slowenien, Kroatien und Italien wurden eingeladen, bei STYRIA CANTAT VI mitzumachen. Die UA in der H. List- Halle in drei ausverkauften Konzerten zeigte nicht nur das starke Publikumsinteresse, sondern beeindruckte vor allem auch durch die zwei Interpretationen einer UA der steirischen und der Chöre des AlpenAdria Raumes.

2015 werden in einem Preisträgerkonzert die Ergebnisse des Internationalen Kompositionswettbewerbs im Musikvereinskonzert am 10.2.2015 dem Publikum zu Gehör gebracht. Aus 109 Einsendungen hat eine namhafte Jury unter dem Vorsitz von Gertrud Zwicker die je 3 Preisträger in drei Kategorien prämiert. 9 steirische Chöre werden wieder ihr Bestes geben und das Publikum überzeugen, dass es sich lohnt, sich mit der Musik der Gegenwart auseinanderzusetzen.

2015 - LUMEN GENTIUM
Am 7.12.2015 beschloss STYRIA CANTAT mit 7 Kirchenchören der Steiermark seine Tätigkeit mit acht Uraufführungen österreichischer Komponisten im Grazer Dom.
Anlass war das 50-Jahr-Jubiläum des II. Vatikanischen Konzile (8.12.2015);

Pfarrer Hermann Glettler wurde beauftragt, aktuelle Texte aus diesen Schriften zu suchen;
Gertrud Zwicker/Styria Cantat übergab diese an 7 junge Komponisten, die diese Texte vertonten.
Einen fulminanten Abschluss des Projekts bildete der Schlusschor “Lumen Gentium” von Florian Geßler, eine Klangwolke mit über 300 Sängern im Grazer Dom!

Homepage: www.styriacantat.at

2020  Gertrud Zwicker